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 15.01.2016

“Bildungsthemen sind Selbstläufer”

Nachhilfe in Sachen Aufmerksamkeit braucht vor allem die Forschung. Und die Ministerin. Darüber ist man sich in der Abteilung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) einig. Wie die Umsetzung aussehen soll, sei jedoch ein langer Prozess des „learning by doing“, erklärte Julia Born am Donnerstag den Teilnehmern der #mekolab-Exkursion.

Anders als das Finanzministerium mit dem omnipräsenten Dr. Wolfgang Schäuble an der Spitze steht das 20-köpfige Team der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im BMBF vor der Herausforderdung, die „Ministerin der kleinen Bühne“, wie Born Prof. Dr. Johanna Wanka nennt, bekannter zu machen. Dies geschieht vor allem über Mitteilungen und Fotos von Veranstaltungen, die die Bundesministerin für Bildung und Forschungen besucht hat. Ähnlich wie beim Bundespresseamt (BPA) gehört auch im BMBF die morgendliche Versammlung der verschiedenen Referate zum Tagesgeschäft. Hier wird das Tagesgeschehen besprochen, Pressemitteilungen geplant und gegebenenfalls mit dem BPA abgesprochen. Insbesondere größere Kampagnen, beispielsweise die Hightech-Strategie der Bundesregierung, geschehen in Zusammenarbeit mit anderen Ministerien und werden von Agenturen aufbereitet.

Nicht nur Name und Standort des Ministeriums unterlagen einem ständigen Wechsel – hervorgegangen ist das heutige BMBF aus dem Bundesministerium für Atomfragen und erst im Oktober 2014 ist das ‚Bonn-Ministerium’ in seinen neuen Dienstsitz unweit des Kanzleramts und Reichstags gezogen –, auch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit geht mit der Zeit und überarbeitet stetig ihre Strategien.
So hat man 2015 die Homepage komplett neu gestaltet. Bis dato war das Leitmotiv der Öffentlichkeitsarbeit, „das Haus nach Außen“ abzubilden, erklärt Julia Born. Inzwischen sei man dazu übergegangen, „von Extern nach Intern zu denken“, erklärt die Mitarbeiterin der Öffentlichkeitsabteilung des BMBF.
Nun gibt es also keine „Schaufenster“ mehr, in denen die zahlreichen Referate sich und ihre Arbeitsschwerpunkte vorstellen können, sondern Themenschwerpunkte, die referatsübergreifend die Arbeit des gesamten Ministeriums präsentieren. Ziel der Umgestaltung war es, der Website mit großen Bildern und klaren Strukturen einen modernen Anstrich zu verpassen und vor allem serviceorientierter zu sein. Nach zahlreichen Analysen und Workshops beschloss man, den Fokus der Website vor allem auf die Forschung zu legen, denn Bildungsthemen betreffen den Großteil der Bürger direkt und seien, laut Born, „Selbstläufer“.
Wie die Bürger für Forschungsthemen sensibilisiert werden soll, unterliegt einem langen Prozess des „learning by doing“, erzählt Born. Aktuell fahre die Öffentlichkeitsarbeit gut damit, Erfolge aus Forschungsprojekten zu veröffentlichen. So werden bewusst Projekterfolge kommuniziert, die dem Bürger das Gefühl vermitteln, „das Ministerium unterstützt Projekte, die mir als Bürger weiterhelfen“, so Born.

Eine weitere Strategie, Forschungsfragen zu vermitteln, für naturwissenschaftliche Studienfächer zu werben und den Dialog mit den Bürgern zu suchen, stellt das jährlich vom BMBF initiierte Wissenschaftsjahr dar. Unter einem jährlich wechselnden Motto – 2015 lautete dies „Zukunftsstadt“, 2016 wird es um das Thema „Meere und Ozeane“ gehen – werden deutschlandweit Kampagnen, Wettbewerbe und Projekte organisiert, die es jedem Bürger ermöglichen, Gedanken und Ideen zu diesem Thema einzubringen und zu realisieren. Der „Dauerbrenner“ sei die „MS Wissenschaft“, erklärt Christian Herbst, Mitarbeiter des Referats Strategische Vorausschau und Wissenschaftskommunikation. Das Schiff beherbergt eine Ausstellung zum jeweiligen Thema und hält in 40 verschiedenen Häfen, um möglichst viele Bürger zu erreichen und das Thema auf die kommunale Ebene zu bringen. So werden zukunftsrelevante Bereiche der Forschung in das öffentliche Bewusstsein gerückt und gleichzeitig der Dialog mit den Bürgern gefördert.

Zwar gewinnt der direkte Austausch mit den Bürgern in der Öffentlichkeitsarbeit immer mehr an Bedeutung, ob Facebook das richtige Werkzeug sei, diesen Dialog zu fördern, ist im BMBF jedoch umstritten. Die Erfahrung zeigt, dass die Pressestelle mit Erwähnungen auf Facebook, beispielsweise durch das Kanzleramt oder andere Ministerien, an einem „großen Hebel sitzt“, wie es Born nennt. Aufgrund der personellen und finanziellen Ressourcen, die ein erfolgreicher Dialog auf Facebook benötigt, beschränke man sich zur Zeit auf Twitter und Pressemitteilungen – „ein altes, aber bewährtes Tool“, wie Herbst betont.

Serviceorientiert und auf Austausch bedacht – im Bundesministerium für Bildung und Forschung scheint dies keine Floskel zu sein, sondern tatsächlich gelebt zu werden. Die Teilnehmer der #mekolab-Exkursion bekamen einen exklusiven Blick hinter die Kulissen, bei dem Mitarbeiter offen über Herausforderungen und mögliche Bewältigungsstrategien sprachen.

Am 11. Februar 2016 führt die #mekolab-Exkursion in das ARD Hauptstadtstudio. Während der Führungen bekommen wir Einblicke in die Entstehung von Nachrichtenbeiträgen und werfen einen Blick in das Hörfunk- und Fernsehstudio.
Hier kommst du zur kostenfreien Anmeldung.

 

 12.10.2015

Ausnahmezustand im Bundespresseamt

Als am Donnerstag knapp 30 Nachwuchsjournalisten im Rahmen einer #mekolab-Exkursion das Bundespresseamt (BPA) besuchten, war dies für die Mitarbeiter kein Tag wie jeder andere: Das interne System war zusammengebrochen, die Arbeit lahmgelegt. Das BPA konnte somit nur einem seiner Aufgabenbereiche gerecht werden: der Information der Bürger, Bundeskanzlerin Angela Merkel ging leer aus.

Den Teilnehmern der #mekolab-Exkursion kam der Ausnahmezustand im Bundespresseamt gelegen, so hatte Waltraud Jahn-Hommer, verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Referats „Umwelt, Naturschutz, Bau“ im Bundespresseamt in Berlin, mehr Zeit für die zahlreichen Fragen – von den Aufgabengebieten über den Tagesablauf im BPA bis hin Gewissenskonflikten.

Das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung verpflichtet sich zwei großen Aufgabenbereichen: der Information der Öffentlichkeit über die Arbeit der Bundesregierung und der Information der Regierung über die aktuelle Nachrichtenlage. Rund um die Uhr werten Mitarbeiter im Lagezentrum des BPA Nachrichten aus aller Welt aus. Ob Agenturmeldungen, Zeitungsartikel, Fernseh- oder Radiobeiträge nur die für die Bundesregierung und Ministerien relevantesten Meldungen werden weitergeleitet, manchmal – wie bei den Anschlägen in Paris vor einem Monat – direkt auf das Handy der Kanzlerin.
Nachrichten, die es nicht in die SMS schaffen, kommen in die Kanzlermappe. Auf maximal 100 Seiten stellt sie die aktuellsten Nachrichten dar. Hier kommen alle großen Medien zu Wort, eine Unterscheidung in „gut oder schlecht“ gibt es laut Jahn-Hommer nicht, denn es gehe neben der Aktualität vor allem um Ausgewogenheit. Jeden Morgen um sieben Uhr bekommt die Kanzlerin das Dokument zugeschickt – vorausgesetzt, das Internet funktioniert. Auch auf die Aktualisierung der Mappe am späten Vormittag musste die Kanzlerin am Donnerstag verzichten.

Anschließend geht es für etwa 20 der insgesamt 445 Beschäftigten des BPA in die Morgenlage. Die stellvertretenden Regierungssprecher, Abteilungsleiter der Press- und Öffentlichkeitsarbeit und weitere Mitarbeiter besprechen hier die politische Lage und bereiten die Bundespressekonferenz vor. Dreimal pro Woche berichten Regierungssprecher Steffen Seibert und seine Stellvertreter – Christiane Wirtz und Georg Streiter – sowie die Sprecher der Ministerien über die Politik der Regierung und stellen sich den Fragen der Journalisten.
Auch außerhalb der Bundespressekonferenz beantworten die Regierungssprecher Presseanfragen. Ziel sei es, „optimale Arbeitsbedingungen für Journalisten zu schaffen“, so Jahn-Hommer. Dies gilt für die Hauptstadtpresse und Großveranstaltung wie den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu dem 3 000 Journalisten anreisten gleichermaßen – eine organisatorische Herausforderung für das BPA.

Das Bundespresseamt wendet sich nicht nur über die Medien an die Bürger. Mit dem Magazin „Deutschland aktuell“, dem Internetauftritt der Bundesregierung sowie verschiedenen Social Media-Kanälen informiert das BPA über die Arbeit und Politik der Regierung und deren Auswirkung auf das Leben der Bürger. „Wir sind ein Serviceunternehmen“ beschreibt Jahn-Hommer den Auftrag, „die aktuelle Politik zu erläutern, zu transportieren und zu kommunizieren“. Dies erfordert, zwischen der eigenen Meinung und der Bundesregierung differenzieren zu können. Nur so sei es möglich, das Grundgerüst an Mitarbeitern nach einem Regierungswechsel behalten zu können. Lediglich die Regierungssprecher, die von der Bundesregierung ausgewählt werden, und Abteilungsleiter verlassen in solchen Fällen ihre Posten.
Das klingt nach einem sicheren Arbeitsplatz, auch Waltraud Jahn-Hommer ist bereits seit 30 Jahren beim BPA. Sie zeigt sich von der Vielseitigkeit der Aufgabengebiete und der Möglichkeit, sich ständig weiterzuentwickeln, begeistert. Außerdem freue sie sich immer über Praktikanten, da diese „mal etwas Leben in die Bürokratie bringen“. Ob Juristen, Journalisten oder Fremdsprachler, im Bundespresseamt kann sich jeder bewerben, denn es gelte das Motto„learning by doing“. In nächster Zeit sind wohl erst einmal Informatiker gefragt…

Auch die nächste #mekolab-Exkursion führt uns am 14. Januar 2016 in das politische Berlin. Hier kommst du zur kostenfreien Anmeldung für den Besuch der Öffentlichkeitsarbeit des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

 

12.10.2015

dpa: Im Herzen des Nachrichten-Tickers

Ein Besuch bei der größten Nachrichtenagentur

Eine rote Lampe leuchtet im Berliner Newsroom der Deutschen Presse-Agentur dpa auf und zeigt an, dass eine Eilmeldung sich auf den Weg in die Redaktionen der Republik gemacht hat. Die dpa produziert täglich mehr als 750 Meldungen für Print- und Onlinemedien, Hörfunk- und TV-Programme sowie Pressestellen von Unternehmen und Verbänden. Meldungen am Fließband – die Agentur gibt auch in Zeiten von Twitter und Facebook den Takt in der professionellen Nachrichtenverbreitung an. Im Rahmen der #mekolab-Exkursionen besuchte Anfang Oktober eine Gruppe von Nachwuchsjournalisten die Berliner Zentrale.

Der Wandel der Medienlandschaft stellt auch den größten Nachrichtenproduzenten vor Herausforderungen. Die dpa muss ihre Kunden mit innovativen und maßgeschneiderten Angeboten vom Nutzen der Agentur überzeugen, erklärte Christian Röwekamp, Leiter der Unternehmenskommunikation, den Besuchern. Besonderheit bei der dpa ist ihre Eigentümerstruktur – die rund 185 Gesellschafter sind ausschließlich Medienunternehmen. Mehr als 1,5 Prozent der Anteile darf ein einzelner Gesellschafter nicht erwerben, so soll die unabhängige Belieferung mit Nachrichten gewährleistet werden. Die Zentralredaktion im historischen Zeitungsviertel von Berlin bietet auf mehr als 3.500 Quadratmetern 270 Mitarbeitern Platz. Von Hektik ist im offen und somit kommunikativ gehaltenen Großraum keine Spur – ebenso fehlt das aus Filmen bekannte Telefonklingeln. Das Aufleuchten der zentral angebrachten, für alle Mitarbeiter gut sichtbaren, roten Lampe versetzt nur die Mediennovizen der #mekolab-Exkursion in Aufregung. Blatter und Plattini – FIFA- und UEFA-Präsident – werden wegen Korruptionsvorwürfen zunächst für 90 Tage suspendiert – diese Eilmeldung wird ab jetzt in allen Medien bis zur nächsten Neuigkeit mit ähnlichem Nachrichtenwert einen prominenten Platz besetzen.

Neben 1.000 Reportern, die auf der ganzen Welt für die dpa berichten, stehen Social-Media-Monitoring-Tools sowie ausländische Partneragenturen am Anfang der Nachrichtenschöpfung. 750 Texte und 2.000 Fotos sollen jeden Tag eine große Themenvielfalt abdecken und den Kunden – von Regionalzeitungen über die Boulevardpresse bis hin zu Hörfunk und Fernsehen – eine Auswahl hinsichtlich der Umsetzung dieser Themen ermöglichen. Zudem gehören Grafiken, Audiodateien und Bewegbilder sowie eine Datenbank mit rund 21 Millionen Bildern zu dem Repertoire der dpa.

Die möglichen Ausbildungswege waren für die #mekolab-Teilnehmer von besonderem Interesse. Zweimal jährlich vergibt die dpa Zentralredaktion circa zehn Volontariate an Fotografen und Textreporter, die Medien- und Lebenserfahrung mitbringen. Denn neben einer breiten Allgemeinbildung sowie Fremdsprachkenntnissen zählen vor allem Hartnäckigkeit und die Fähigkeit, Informationen in einen größeren Kontext setzen zu können, zu den grundlegenden Anforderungen an einen dpa-Journalisten.

Du möchtest den Weg der Nachrichten weiterverfolgen? Dann begleite am 12. November 2015 die #mekolab-Exkursion in das ARD Hauptstadtstudio. Hier kommst du zur Anmeldung!

 

dpa Nicolas, Armer
© Nicolas Armer / dpa

 

dpa Michael Kappeler - Newsroom2
© Michael Kappeler / dpa

 

11.08.2015

Beckedahl: Staatlich finanziertes Spendenprogramm

Netzpolitik.org: Landesverrat und Pressefreiheit in Deutschland

Das Recherchezentrum CORRECT!V lud zur öffentlichen Diskussion in seine Berliner Redaktionsräume am Montag ein, um die jüngsten Ereignisse rund um den vermeintlichen Landesverrat von netzpolitik.org zu erörtern. Am Vormittag war das Verfahren durch die Bundesstaatsanwaltschaft eingestellt worden. Markus Grill, ehemaliger SPIEGEL-Journalist und seit Juni Chefredakteur bei CORRECT!V, diskutierte mit dem Blogger und Initiator von netzpolitik.org, Markus Beckedahl, sowie mit Christian Bommarius, Chefkommentator für die Berliner Zeitung und dem investigativen Journalisten David Crawford über die Bedeutung von Pressefreiheit in Deutschland.

Wie fühlt es sich eigentlich an, wenn man wegen Landesverrats angeklagt wird? Beckedahl erinnert sich an den Morgen der Strafanzeige: Per Twitter habe er von der Anzeige erfahren, anschließend recherchiert und herausgefunden, dass es tatsächlich um seinen Blog gehe. Was danach passierte, ist zurzeit in aller Munde. Die Unklarheiten in den deutschen Behörden zögen sich laut Beckedahl wie ein roter Faden durch die Affäre. Auch David Crawford vom Recherchezentrum CORRECT!V verweist auf die ungeklärte Verantwortlichkeit von Verfassungsschutz, Innenminister Thomas de Maizière, Justizminister Maas und die Entlassung von Generalbundesanwalt Range. Diese Verstrickungen spiegelten den Unwillen der Regierung die Affäre aufzuklären wieder.

Viel wichtiger als die Frage der Zuständigkeit sei es zu klären, was eigentlich gerade mit der Pressefreiheit in Deutschland geschehe. “Der Fokus der öffentlichen Diskussion sollte auf die Grundrechte gelenkt werden“, merkte Christian Bommarius an. Er kritisierte die Vorgehensweise des ehemaligen Generalbundesanwalts Range. Im NSA-Skandal sei er zu spät tätig geworden, in der netzpolitik.org Affäre habe er hingegen bereits vor einer konkreten Beweislage die Ermittlungen aufgenommen. Auch der Angriff auf das Team von netzpolitik.org sei fragwürdig. Der Blog hätte die Quelle nur publiziert und nicht direkt geleaked, so der Chefkommentator der Berliner Zeitung.

“Die Fragen zur Pressefreiheit und der Eingriffsbefugnis des Staates sind keine neuen“, bemerkt Markus Beckedahl. Die Watergate Affäre, der Augstein Skandal und die jüngsten Geschehnisse um Wikileaks, Edward Snowden und die NSA hätten die öffentliche Debatte polarisiert. “Ich freue mich darüber, dass Datenschutz und Pressefreiheit nun endlich nachhaltig Eingang in den gesellschaftlichen Diskurs gefunden haben“, erklärte der Blogger. Die Zeiten, in denen Geheimdienste unbeobachtet arbeiten konnten, hätten sich durch das Internet und die vielseitigen Recherchemöglichkeiten für Blogger und Journalisten geändert. Informationen werden schneller verarbeitet und die Whistleblower wendeten sich direkt an die Medien ihrer Wahl.

Christian Bommarius forderte neue und durchdachte Gesetze, die zum einen die Whistleblower schützen sollten und zum anderen keine Gefahr für die Pressefreiheit darstellten: “Wie der jüngst eingeführte Artikel 103 der Daten Hehlerei“. Der Journalist Crafword bemängelte die schlechte juristische Analyse des Verfassungsschutzes und verurteilte die Kriminalisierung von Journalisten und Blogger. “Sowohl für Medienmacher als auch für die Whistleblower muss ein besserer Schutz und eine größere Solidarität in Deutschland gewährleistet werden“, forderte er zum Abschluss der Diskussion. Netzpolitk.org wolle trotz des eingestellten Ermittlungsverfahrens weiter am Ball bleiben. Beckedahl verwies auf politische Themen wie Netzüberwachung und die Vorratsdatenspeicherung. Deutlich werden die Ziele der Netzaktivisten mit Blick auf ihren Blog: Hier fordern sie ” Klarheit darüber, wer was wann in der Bundesregierung davon wusste“.

Die wohl für viele brennendste Frage des Abends wurde schließlich über Twitter gestellt: durch diese “staatlich finanzierten Kampagne“ habe netzpolitik.org seit Beginn der Affäre über 150.000 € an Spendengeldern erhalten, antwortet Markus Beckedahl schmunzelnd. Dieses Geld nutze er zum einen, um die Kosten für die Rechtsanwälte zu bezahlen, zum anderen komme es dem Blog zu Gute und sei ein Zeichen, dass der investigative Journalismus von netzpolitik.org breite Unterstützung in der Öffentlichkeit findet.

© republik movida GmbH 2015

 

#mekolab Exkursionen

Unsere erste Exkursion, eine spannende und informative Führung durch die Räume des Deutschlandradio Kultur, liegt hinter uns. Während unseres Rundgangs durch das Gebäude konnten wir die Deutschandradio-Übertragungswagen genauer unter die Lupe nehmen und erfuhren im Hörspielstudio mehr über die Produktion von Hörspielen im Allgemeinen und die Erzeugung und Aufnahme von Geräuschen und Spezialeffekten im Besonderen. Das Highlight war unsere Stippvisite im Aufnahmestudio – hier waren wir live bei einer Radioproduktion dabei. Anschließend beantwortete ein Redakteur des Deutschlandradios während einer einstündigen Gesprächsrunde sehr geduldig unsere neugierigen Fragen und bot uns die Möglichkeit, die gewonnenen Einblicke zu vertiefen.

Kommenden Monat geht es zum Tagesspiegel – hier könnt Ihr Euch einen Platz sichern.

 

Gesprächsrunde beim Deutschlandradio Kultur Foto 3 Foto 2